Nach dem Wörterbuch der Brüder Grimm ein Erholungsaufenthalt von
Städtern
auf dem Lande zur Sommerzeit. Das schöne Wort soll um 1510
entstanden sein,
wurde dann jedoch vergessen und um 1900 von
Aristokratie und Bürgertum
wieder reanimiert. Man denkt dabei an
Sonnenschirme und Picknickkörbe, an
tänzelnde Zelter vor zierlichen
Kutschen und Blumenkränze im Haar. Mit
Entstehen des modernen
Massentourismus ist das wohlklingende Wort dem
schnöden Begriff Urlaub
geopfert worden, ein Wort, das den Gedanken an
Sonnenöl, Sangriaeimer
und Animation weckt. Wer wegfahren will, ist auf
keine bestimmte
Jahreszeit mehr angewiesen, irgendwo auf der Welt ist
schließlich
immer Sommer. Und mit Frische hat das auch nichts mehr zu tun.
© aus: Bodo Mrozek,Lexikon der bedrohten Wörter. Rowohlt Verlag 2005, 224S.,8,90€.